Zu einer nicht alltäglichen Übung kamen am 17. November 2015 insgesamt 25 Mitglieder der Feuerwehr Feldkirchen und des Arbeiter-Samariterbund-Feldkirchen zusammen. Übungsannahme war ein verunfallter PKW auf einer schmalen Landstraße, in dem sich eine Mutter und ihr Säugling befanden. Das Fahrzeug war von der Straße abgekommen und hatte sich dabei auf die linke Seite gedreht.

Um die Übung so realistisch wie möglich zu gestalten, gab es einen Ersthelfer (Christian Rauch), welcher den Notruf bei Rettung und Feuerwehr absetzte.
Bei dieser Übung mussten wir nach Eingang der Alarmierung zuerst die komplette Einsatzbekleidung anziehen und daraufhin ausrücken, was das Szenario sehr realitätsnah darstellte.

Da 25 Feuerwehr-Kameraden einsatzbereit waren, wurde mit allen 3 Fahrzeugen zur Unfallstelle ausgerückt. Beim Eintreffen des Tanklöschfahrzeuges waren die Rettungskräfte des ASB Feldkirchen bereits am Unfallort angekommen. Einsatzleiter Hinterberger Fritz erkundigte sich beim Einsatzleiter des ASB Feldkirchen über die Lage, welcher mitteilte, dass sich die Mutter des Säuglings selbstständig aus dem Wagen befreien konnte und bereits versorgt wird. Der Säugling allerdings wurde durch den Unfall aus dem Kindersitz geschleudert und von einer Metallstange durchbohrt.

Zudem informierte der Rettungssanitäter den Einsatzleiter darüber, dass der Ehepartner der Verunfallten, Mitglied der Feuerwehr Feldkirchen sei und beim Einsatz vor Ort ist. Als dies fest stand, wurde der erwähnte Kollege sofort vom Einsatz abgezogen, da es bei einer derartigen Situation für Ihn und eventuell auch für Andere gefährlich werden könnte. Die Mannschaft des KLF baute die Beleuchtung auf und sicherte die Unfallstelle ab, um mögliche Folgeunfälle zu vermeiden und sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

Die Einsatzkräfte des ASB konnten aufgrund der Metallstange den Säugling nicht befreien und deswegen auch nur schwer versorgen. Der Einsatzleiter wies die Mannschaft des TLF an, einen 2-fachen Brandschutz aufzubauen und forderte anschließend sofort Rettungsspreitzer und -schere zur Befreiung an, welche jedoch bei dieser Übung nicht verfügbar waren, weshalb der Einsatzleiter alternative Möglicheiten finden musste. Somit entschied man sich, die Metallstange mittels Bolzenschneider zu durchtrennen und so die schonende Rettung des Babys zu ermöglichen. Nachdem dies geschehen war, konnte mit der Versorgung des Kindes begonnen werden. Um die Mutter nicht zu beunruhigen, wurde während des Abtransports des Säuglings zum Fahrzeug stets für einen Sichtschutz mittels einer Decke gesorgt.

Anschließend wurde das Fahrzeug durch die Feuerwehr wieder aufgerichtet und auf auslaufende Flüssigkeiten überprüft. Da keine ausgetreten waren, wurde mit den Aufräumarbeiten begonnen. Danach wurde das Fahrzeug auf die Fahrbahn geschoben um es von dort abzuschleppen zu können. Jakob Denkmayr (Einsatzleiter des ASB) erklärte bei der Nachbesprechung, dass dies eine nicht alltägliche Situation im Rettungsdienst und für die Sanitäter ein sehr forderndes und schwieriges Szenario war. Besonders da sich durch die schonende Befreiung des Säuglings die Behandlung sehr verzögert, ist diese Situation auch im Übungsfall ein ernstes Thema.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unserer Darstellerin Daniela Reiter, welche die Rolle der Mutter perfekt spielte und auch ein großes Dankeschön an die Kollegen vom Arbeiter-Samariterbund-Feldkirchen, dass sie sich Zeit genommen haben und für die reibungslose und perfekte Zusammenarbeit. Ein Dank geht auch an Magauer Stefan und Christian Rauch für die Ausarbeitung dieser Übung.

Weitere Bilder gibts auf unserer Flickr-Seite zu sehen.

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