Am Dienstag und Mittwoch (23./24. Februar 2021) lud unser Ausbildungsverantwortlicher und Kommandant-Stellvertreter Stefan Berger zu der zweiten Übung in diesem Jahr. Aufgrund der geltenden COVID-19 Bestimmungen teilte man die Übung auf zwei Tage auf, um so die Teilnehmerzahl möglichst gering zu halten. Thema dieser Übung war das Beüben der neuen Vorgehensweise bei Brandeinsätzen. Da immer mehr Gewerbebetriebe und auch Wohnblöcke bzw. damit einhergehend Tiefgaragen in Feldkirchen gebaut werden, ist das alte Konzept nicht mehr zeitgemäß und für diese Art von Einsätzen nicht mehr geeignet.

Allgemeine Infos zu Beginn

Zu Beginn der Übung gab Stefan Berger noch allgemeine Infos bezüglich Lehrgänge und der Truppführer-Ausbildung, welche seit 01. Jänner 2021 in der Feuerwehr absolviert werden muss. Anschließend ging es auch schon mit der eigentlichen Übung los. Zuerst erörterten die Teilnehmer gemeinsam die bisherige Vorgehensweise bei Brandeinsätzen. Hierbei ging man von einem Zimmerbrand in einem Wohnblock aus, welches man im Feuerwehrhaus nachstellte.

Bisher rüsteten sich die Atemschutzträger bei der Anfahrt aus und der Einsatzleiter erkundete bei der Ankunft die Lage, während die übrige Mannschaft auf Anweisungen wartete. Anschließend ging der Atemschutztrupp mit dem HD-Rohr vor und löschte den Brand. Diese Vorgehensweise hatte Vor- und Nachteile. So bleibt einiges an Zeit durch die übrige TLF Mannschaft ungenutzt, bis die eigentliche Brandbekämpfung durch die Atemschutzträger erfolgt. Weiters war ein Vorankommen durch den formstabilen Schlauch in engen Räumen und über Ecken sehr aufwendig.

Effizientere Vorgehensweise durch ein neues Konzept

Nun gibt es ein neues Konzept bei der Vorgehensweise von Brandeinsätzen, welches effizienter, sicherer und auch schneller sein soll. Bis zur Ankunft ist noch alles gleich wie beim vorherigen Konzept. Bei der Ankunft erkundet der Einsatzleiter die Lage, aber nun wartet die übrige Besatzung nicht auf Anweisungen, sondern geht bereits mit einem Schnellangriffsverteiler, an dem 2 B-Schläuche angekuppelt bis zur Haustür vor. Der Atemschutztrupp entnimmt aus dem Fahrzeug die beiden Schlauchtragekörbe und stellt diese beim Verteiler ab.

Der Schlauchtragekorb wird beim Verteiler angekuppelt und die Atemschutzträger gehen in das Stiegenhaus vor. Diese Körbe haben den Vorteil, dass darin 3 C-Schläuche mit jeweils 15 Meter Länge enthalten sind. Damit ist sichergestellt, dass die Atemschutzträger bis ins zweite Obergeschoss vordringen können. Zudem rollt sich der Schlauch automatisch beim Gehen ab. Neuerdings sind die Atemschutzträger auch mit einem Schlauchpaket, dem Halligan-Tool und einem Rauchvorhang ausgerüstet, die sie bis zur Wohnungstüre mitnehmen. Man kuppelt das Schlauchpaket bei den Schlauchtragekörben an und gibt über Funk „Wasser Marsch“. Durch den Druck des Wassers breitet sich das Schlauchpaket automatisch aus. Um zu gewährleisten, dass das Stiegenhaus auch beim Öffnen der Wohnung rauchfrei bleibt, wird ein Rauchvorhang angebracht. Ist die Wohnungstüre verschlossen und gibt es keine anderweitige Möglichkeit hineinzukommen, wird die diese mit dem Halligan-Tool aufgebrochen und der Brand gelöscht.

Das Fazit der neuen Vorgehensweise ist durchaus positiv ausgefallen, da eine Brandbekämpfung wesentlich schneller möglich ist. Wir bedanken uns bei Stefan Berger für die Ausarbeitung der Übung und die Schulung auf die neuen Geräte.