Thema der Übung am Dienstag, 11. Mai 2021, war die taktische Ventilation. Auch wenn die letzten beiden Brandeinsätze (Reisighaufen und Thujenhecke) im Freien waren, kommt es immer wieder vor, dass wir zu Bränden in Wohn- und Einfamilienhäusern gerufen werden. Dort gehen die Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz ins Gebäude vor, um den Brand zu löschen. Eine weitere Tätigkeit ist das Gebäude vom Rauch zu befreien. Die Übung zeigte die verschiedenen Möglichkeiten und Auswirkungen, die sich den Einsatzkräften bieten.

Auswirkungen der Belüftung anhand eines Modells

Die anwesenden Mitglieder teilten sich, aufgrund der noch geltenden Bestimmungen, auf zwei Gruppen auf. Dies half unter anderem den Abstand zwischen den anderen Kameradinnen und Kameraden einzuhalten. Die erste Gruppe verblieb beim Feuerwehrhaus, wo Florian Köberl ein Modellhaus aus Holz vorbereitet hatte.

Bei diesem waren vier Öffnungen die Fenster simulierten und eine weitere im Dachbereich des Modells. Um die Auswirkungen der Ventilation zu zeigen, entfachte der Übungsleiter im ersten Raum einen Brand. Durch Öffnen und Schließen der verschiedenen Fenster änderte sich die Belüftung im Gebäude und damit auch die Rauch- und Brandentwicklung.

Man sah anhand des Modells eindrucksvoll, wie sich die Flammen und vor allem die Hitze im Deckenbereich des Raumes ausbreitete und warum es deshalb so wichtig ist, beim Innenangriff unter schwerem Atemschutz immer am Boden zu bleiben. Weiteres simulierte man auch die Gefahren, Stichwort Flash-Over, die von einer falschen Belüftung ausgehen können.

Rauch- und Wärmeabzug in der Praxis

Während die eine Gruppe beim Feuerwehrhaus die Belüftung im Kleinen durchführte, fuhr die andere Gruppe zu den Wohnhäusern am Anger um sich die Belüftung in der Praxis anzusehen. Zu diesem Zweck hatte der zweite Übungsleiter, Rauch Christian, einige Beispiele der verschiedenen Rauch- und Wärmeabzugsmöglichkeiten, die in Gebäuden verbaut sein können, vorbereitet. Er erklärte den anwesenden Kameradinnen und Kameraden die Unterschiede zwischen thermischen, pneumatischen und elektrischen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen.

Im nächsten Schritt erörtere man die Vorteile einer solchen Anlage. Diese bestehen vor allem in freien Fluchtwegen und einer Sichterleichterung für die Einsatzkräfte. Weiters ging Christian Rauch noch auf die Möglichkeiten der Auslösung einer solchen Anlage ein, indem er uns die Notbetätigung, sowie das Auslösen über den Brandmelder zeigte.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den beiden Übungsleitern für die Ausarbeitung und Organisation der spannenden und lehrreichen Übung. Vor allem zeigte es die Gefahren, denen die Einsatzkräfte beim Löschen eines Brandes ausgesetzt sind. Während der gesamten Übung achtete man auf die geltenden Sicherheits- und Hygienemaßnahmen und das Tragen einer FFP2-Maske, wo die Einhaltung der Abstände nicht möglich war.